Nasenbluten: Wann sollte man zum Arzt gehen?

TCS Info Feed


Mittwoch, 07. November 2018 08:00

Prof. Dr. med. Aristomenis Exadaktylos. Foto: Inselspital Bern


Prof. Dr. med. Aristomenis Exadaktylos, Chefarzt und Klinikdirektor Universitäres Notfallzentrum (Inselspital Bern), zum Thema Nasenbluten.

Herr Exadaktylos, Nasenbluten löst bei Betroffenen oft Angst vor einer schlimmen Krankheit aus.
Bei Kindern aber auch bei Erwachsenen kommt es regelmässig zu Nasenbluten, meistens im Rahmen von Erkältungen oder kleineren Unfällen aus dem vorderen Nasenteil. Das ist kein Grund zur Sorge und hört schnell auf.

Wann sollte man zum Arzt gehen?
Bei starkem Nasenbluten, welches nach mehreren Minuten nicht aufhört oder sogar noch stärker wird, sollte man unbedingt zum Arzt. Besonders gefährdet für ein kreislaufschwächenden Blutverlust sind Personen mit Blutverdünnern, hohem Blutdruck oder Personen welche schon einmal wegen starkem Nasenbluten in Behandlung waren. Mein Tipp: Hat man das Gefühl das Blut kommt nicht nur vorne zur Nase heraus, sondern läuft auch den Rachen hinunter und man muss das Blut dauernd schlucken, dann ist es auf jeden Fall etwas für den Arzt, da die Blutungsquellen im hinteren Nasenraum nur schwer beinflussbar sind.

Und wenn es doch ernsthaft ist, welche Krankheiten könnten Nasenbluten auslösen?
Man kann so viel Blut verlieren, dass es zu einem Kreislaufkollaps kommt mit all seinen Konsequenzen. Das verschluckte Blut kann aber auch Brechreiz verursachen. Würgereiz erhöht den Druck in den Blutgefässen und es kommt zu noch mehr Nasenbluten.

Welche Sofortmassnahmen empfehlen Sie bei Nasenbluten?
Die klassischen Massnahmen: Kopf nach vorne beugen, die Nasenflügel komprimieren, Eis auf die Nase und den Nacken und das Blut ausspucken. Und ja nicht schnäuzen.

Sollte man versuchen, beispielsweise mit Watte oder Papiertaschentüchern, die Nase zu tamponieren?
Nein, sollte man bitte nicht, da wenn der Zellstoff mit dem Blut verklebt und man den wieder herausziehen will, die Blutung gleich wieder anfangen kann.

Stimmt es, dass ältere Menschen häufiger von Nasenbluten betroffen sind?
Ja, denn die Gefässe sind brüchiger, die Schleimhäute trockener, der Blutdruck tendenziell höher und es werden häufiger blutverdünnende Medikamente eingenommen.


Dieser Beitrag wurde in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. med. Aristomenis Exadaktylos, Chefarzt und Klinikdirektor Universitäres Notfallzentrum Inselspital (Universitätsspital Bern), realisiert.

Verwenden Sie diese Informationen nicht als alleinige Grundlage für gesundheitsbezogene Entscheidungen. Fragen Sie bei gesundheitlichen Beschwerden Ihren Arzt oder Apotheker. Surfen im Internet ersetzt den Arztbesuch nicht.

Für Anregungen und Inputs, können Sie uns gerne per Mail kontaktieren: med@tcs.ch


Weitere Beiträge


Ist die Herbstmüdigkeit ein Mythos? Der Experte gibt Auskunft


Zika-Virus: Noch immer gefährlich


SBB: Bahnverkehr schweizweit eingeschränkt


«Antibiotika: Nutze sie richtig, es ist wichtig»


Scharlach, Masern und Röteln: Wann dürfen Kinder nicht fliegen?


Feuer in Kalifornien: Viele Tote, zerstörte Häuser und Tausende Menschen auf der Flucht


Schlafmangel: Wer müde durchs Leben geht, verunfallt fast doppelt so häufig


Mythos oder Wahrheit: 3 Fragen an den Chefarzt


Herzinfarkt: Ist Salz besser als sein Ruf?


Keuchhusten: Eine hoch ansteckende Krankheit