Bilharziose: Bei Fieber nach einer Reise sollte man immer zum Arzt

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Mittwoch, 23. Oktober 2019 06:30

Dr. med. Esther Künzli. Foto: HO


Die Bilharziose ist eine Tropenerkrankung, welche durch einen Wurm ausgelöst wird und ist nach Malaria eine der verbreitetsten parasitären Infektionen weltweit. Sie kommt hauptsächlich in Afrika vor, aber auch in vereinzelten Regionen von Lateinamerika, dem Nahen Osten und Südostasien. Alles Wissenswerte zum Thema Bilharziose erfahren Sie von Dr. med. Esther Künzli vom Schweizerischen Tropen- und Public-Health-Institut in Basel.

Frau Künzli, wie infiziert man sich mit Bilharziose?
Die Larven-Form des Parasiten kommt in Endemie-Gebieten in stehendem Süsswasser vor. Bei Kontakt mit diesen Gewässern, zum Beispiel beim Baden oder Waschen, kann der Mensch infiziert werden. Das geschieht, indem die Larve durch die Haut dringt.

Wie schützt man sich auf Reisen vor der Bilharziose?
Am besten schützt man sich, insbesondere bei Reisen nach Afrika, wo Bilharziose am verbreitetsten ist, indem man auf Kontakt mit stehendem Süsswasser verzichtet. Das heisst, nicht in Süsswasserseen schwimmen, tauchen oder die Füsse reinhalten.

Kann man sich vorgängig dagegen impfen lassen?
Nein, gegen Bilharziose gibt es keine Impfung.

Welche gesundheitlichen Probleme treten bei der Infektion mit Bilharziose auf?
Direkt nach Kontakt mit dem Parasiten kann es zu einer allergischen Reaktion auf der Haut, im Sinne eines Nesselfiebers, kommen. Zwei bis sechs Wochen nach der Infektion kann Fieber auftreten. Das Hauptproblem bei der Bilharziose sind die wiederholten Expositionen gegenüber dem Parasiten, welcher die Lokalbevölkerung ausgesetzt ist. Die Würmer, welche sich aus den Larven entwickeln, legen Eier ins Gewebe ab, zum Beispiel in der Leber oder der Harnblase. Das führt zu lokalen Entzündungsreaktionen, die dann zu Symptomen wie beispielsweise Bauchschmerzen, Durchfall, Lebervergrösserung oder Blut im Urin führen können.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?
Grundsätzlich immer bei Auftreten von Fieber nach einer Reise. In Bezug auf Bilharziose zudem, wenn man weiss, dass man in einem Endemie-Gebiet Süsswasser-Kontakt hatte. Eine Ansteckung mit Bilharziose lässt sich im Blut, teilweise auch im Stuhl und Urin, nachweisen. Wenn eine Bilharziose diagnostiziert wird (auch ohne Symptome), wird sie medikamentös behandelt.

Wie läuft die Behandlung der Bilharziose ab?
Eine Bilharziose wird mit Tabletten behandelt.

Kann der Befall tödliche Folgen haben?
Die schweren Langzeitkomplikationen der Bilharziose sind eine Folge wiederholter Expositionen und grosser Eier-Zahl im Gewebe, wie sie bei der Lokalbevölkerung vorkommt, jedoch nicht bei Touristen.

Was raten Sie Reisenden, welche sich in einem Risikogebiet befinden oder eine Reise dorthin planen?
Vermeiden Sie jeglichen Kontakt mit stehendem Süsswasser (schwimmen, tauchen, Füsse ins Wasser halten etc.).


Verwenden Sie diese Informationen nicht als alleinige Grundlage für gesundheitsbezogene Entscheidungen. Fragen Sie bei gesundheitlichen Beschwerden Ihren Arzt oder Apotheker. Surfen im Internet ersetzt den Arztbesuch nicht.

Für Anregungen und Inputs, können Sie uns gerne per Mail kontaktieren: med@tcs.ch



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