Blutsaugende Raubwanzen: Ist die Chagas-Krankheit eine Gefahr für Reisende?

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Montag, 01. April 2019 06:30

Die Raubwanze Triatoma infestans ist der häufigste Überträger der Chagas-Krankheit. Foto: Pixabay


Im Gespräch mit Frau Dr. med. Esther Künzli vom Schweizerischen Tropen- und Public-Health-Instituts in Basel.

Frau Künzli, wie und wo infiziert man sich mit der Chagas-Krankheit?
Infizieren kann man sich mit der Chagas-Krankheit nur in Zentral- und Südamerika. Die Krankheit wird auf unterschiedliche Arten übertragen: Durch blutsaugende Raubwanzen (allerdings nicht durch den Stich, sondern durch den Kot der Wanze), durch Nahrungsmittel, welche mit dem Kot infizierter Raubwanzen kontaminiert ist, durch Bluttransfusionen, Organtransplantationen oder von Mutter zu Kind.

Welche Symptome deuten auf eine Infektion hin?
Im Akutstadium zeigt sich die Mehrheit der Erkrankten asymptomatisch. Es kann sich aber auch eine Entzündungsreaktion im Bereich der Inokulationsstelle bilden (ein sogenanntes Chagom) oder es können Allgemeinsymptome wie Fieber, Lymphknotenschwellung, Abgeschlagenheit oder Vergrösserung von Leber und Milz auftreten. Im chronischen Stadium kann es zu einer Dilatation des Herzens mit Herzrhythmusstörungen oder zu einer Ausweitung der Speiseröhre oder des Darms kommen (Mega-Oesophagus respektive Mega-Kolon).

Kann man daran sterben?
Ja, an den Folgen einer chronischen Form der Chagas-Krankheit kann man sterben.

Auch in der Schweiz gibt es Chagas-Fälle, wie ist das möglich?
Die Chagas-Fälle ausserhalb Zentral- und Südamerikas finden sich vor allem bei Personen, die ursprünglich aus dieser Region stammen.


Verwenden Sie diese Informationen nicht als alleinige Grundlage für gesundheitsbezogene Entscheidungen. Fragen Sie bei gesundheitlichen Beschwerden Ihren Arzt oder Apotheker. Surfen im Internet ersetzt den Arztbesuch nicht.

Für Anregungen und Inputs, können Sie uns gerne per Mail kontaktieren: med@tcs.ch



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