Ebola im Kongo: So gefährlich ist die Infektionskrankheit

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Freitag, 17. Mai 2019 07:59

Foto Pixabay.


Die Anzahl an Ebola-Erkrankungen hat in den letzten Monaten rasant zugenommen. Aktuell werden bereits über 1000 Ebola-Tote im Kongo verzeichnet und das Virus breitet sich weiter aus. Die aktuelle Sicherheitslage im betroffenen Gebiet erschwert die Hilfe und das Eindämmen der Krankheit.

Die wichtigsten Antworten zur verheerenden Krankheit – beantwortet vom Bundesamt für Gesundheit:

Was ist Ebola?
Es handelt sich um eine Virus-Erkrankung, die durch das gleichnamige Virus hervorgerufen wird. Dieses ist mit dem Marburg-Virus nahe verwandt und gehört zur gleichen Familie der Filoviridae. Die Erkrankung beginnt oft mit unspezifischen, grippe-ähnlichen Symptomen, kann aber danach einen schweren Verlauf nehmen, unter Umständen mit Blutungen (daher der frühere Name hämorrhagisches Fieber).

Wo kommen die Erreger vor?
Auf Menschen übertragbare Ebola-Viren wurden in der Vergangenheit nur in Subsahara-Afrika isoliert. Betroffen waren die Staaten Elfenbeinküste, Gabun, Demokratische Republik Kongo, Kongo, Sudan und Uganda. Mit der Epidemie 2014 sind Guinea, Liberia und Sierra Leone hinzugekommen. Importierte Fälle gab es zuvor in den USA und in Holland (beide 2008) sowie 2014 in Nigeria, Senegal, Mali, Spanien und wiederum in den USA.

Welches sind die Symptome einer Ebola-Erkrankung?
Die Inkubationszeit beträgt zwei bis 21 Tage nach der Ansteckung (meist zwischen vier und zehn Tagen). Beim Ausbruch äussert sich die Krankheit mit plötzlichem Fieber, Unwohlsein und ausgeprägter Schwäche, Kopf-, Gelenk- und Gliederschmerzen sowie einer Rachenentzündung. Typisch sind auch Muskelschmerzen, speziell im Rücken. Es folgen Erbrechen, Durchfall und Magenschmerzen. Kommt es im weiteren Verlauf der Krankheit zu starken Gerinnungsstörungen, beginnen die Patienten zu bluten. Blutungen können am Zahnfleisch, im Magen-Darmtrakt, an Einstichstellen von Spritzen oder unter der Haut auftreten. Vom fünften bis zum siebten Krankheitstag kann sich ein charakteristischer, fleckiger Ausschlag der Haut mit Bläschen entwickeln. Im weiteren Verlauf sind Leber- und Nierenversagen möglich. Schwerer Blutverlust und Kreislaufkollaps können nach 7 bis 16 Tagen zum Tod führen. Die Sterblichkeit variiert je nach Ebola-Stamm und Behandlungsmöglichkeiten.

Wie verläuft sie?
Zwei bis 21 Tage nach der Infektion bekommen Betroffene in der Regel plötzlich Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, fühlen sich schwach und leiden unter Halsschmerzen. Anschliessend kommen Durchfall, Erbrechen und ein Hautausschlag hinzu. Es können Blutungen der Schleimhäute im Magen-Darm- und Genitaltrakt auftreten. Im weiteren Krankheitsverlauf versagen häufig zuerst Leber und Nieren. Viele Patienten sterben in der Folge an Organ- oder Herz-Kreislauf-Versagen. Der Anteil tödlich verlaufender Erkrankungen variiert.

Wie kann man sich mit Ebola infizieren?
Erstens ist eine Ansteckung von Mensch zu Mensch erst möglich, wenn eine erkrankte Person Symptome zeigt. Zweitens erfolgt die Infektion nur über Körperflüssigkeiten, das heisst: Blut, Erbrochenes, Exkremente, Speichel, Urin, Schweiss oder Sperma. Es muss also einen direkten Körperkontakt geben. Wichtig: Ebola wird nicht so einfach übertragen wie ein Schnupfen oder eine Grippe. Niesen und Husten gehören nicht zu den typischen Symptomen. Allein über die Luft erfolgt nach derzeitigem Wissensstand keine Ansteckung.

Kann man sich über Lebensmittel oder andere Güter aus Afrika mit Ebola anstecken?
Bei allen legal aus Westafrika eingeführten Lebensmitteln und Gütern besteht kaum eine Gefahr. Das Ebola-Virus überlebt auf Oberflächen von Esswaren und Gegen-ständen nicht lange.

Wie wird die Krankheit diagnostiziert?
Ein Verdachtsfall muss zunächst durch eine Ärztin oder einen Arzt abgeklärt werden. Dies geschieht aufgrund des Patientendossiers und eines möglichen Hinweises auf einen Aufenthalt der Patientin oder des Patienten in betroffenen Gebieten. Die abschliessende Bestätigung können dann ausschliesslich Laborergebnisse liefern. Nur einige wenige spezialisierte Labors mit einem genügend hohen Sicherheitsstandard sind in der Lage, das Ebola-Virus nachzuweisen.

Wie können Ebola-Viren inaktiviert werden?
Wichtig: Alle entsprechenden Massnahmen sollten nur von speziell dafür geschultem Personal vorgenommen werden. Oberflächen im Krankenzimmer sowie die persönlichen Gegenstände müssen mit chemischen Desinfektionsmitteln behandelt werden. Mit Blut oder andern Körpersekreten verschmutze Kleider von mit Ebola-Fieber erkrankten Personen, sind entweder in einem verschliessbaren Druckbehälter stark zu erhitzen oder zu verbrennen. Ebola-Viren bleiben in eingetrocknetem Blut bis zu fünf Tage ansteckend, eine Desinfektion ist daher auch nach mehreren Tagen noch nötig. Zum Reinigen der Haut genügt das Waschen mit Wasser und Seife oder der Gebrauch von alkoholhaltigen Desinfektionsmitteln.

Könnten erkrankte Personen in Schweizer Spitälern behandelt werden?
Grundsätzlich könnten Ebola-Patienten in den grossen Schweizer Spitälern behandelt werden, denn diese haben die dafür erforderlichen Isolationszimmer und entsprechend ausgebildetes medizinisches Personal. Solche Isolationszimmer stehen auch für andere Fälle und schwerwiegende Erkrankungen zur Verfügung. Sie könnten also unter Umständen anderweitig belegt sein. Deshalb ist die Koordination ein sehr wichtiger Punkt. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat in Absprache mit den Kantonen die Möglichkeit, Patienten den geeigneten und verfügbaren Spitälern zuzuweisen.


Quelle: Bundesamt für Gesundheit (BAG). Verwenden Sie diese Informationen nicht als alleinige Grundlage für gesundheitsbezogene Entscheidungen. Fragen Sie bei gesundheitlichen Beschwerden Ihren Arzt oder Apotheker. Surfen im Internet ersetzt den Arztbesuch nicht.

Für Anregungen und Inputs, können Sie uns gerne per Mail kontaktieren: med@tcs.ch


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