Luft oder Duft? Bei Duftstoffen ist Vorsicht geboten!

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Montag, 29. Juli 2019 07:15

Für Kinder stellen Duftöle eine ernst zu nehmende Gefahr dar: Durch ihren angenehmen, manchmal fruchtigen Geruch, können sie zum Trinken verführen. Foto: Pixabay


Was für die einen angenehm duftet und entspannt, kann für andere unangenehm riechen und belästigend wirken. Beim Riechen werden Signale von der Nase aus in Bereiche des Gehirns geleitet, in denen auch Gefühle und Emotionen verarbeitet werden. Deshalb können Gerüche die Stimmung und das Verhalten von Menschen beeinflussen.

Spielt die Raumbeduftung eine Rolle?
Bei Duftstoffen ist Vorsicht geboten: Viele reizen die Haut und unter gewissen Umständen auch die Atemwege. Zudem können gewisse Duftstoffe – künstliche wie auch natürliche – zu Allergien führen. Ist dies der Fall, gibt es einen entsprechenden Vermerk auf der Etikette.

Dass in den letzten Jahren Duftstoffallergien zugenommen haben, dürfte auf die weite Verbreitung von Duftstoffen in Kosmetika, Wasch- und Reinigungsmitteln zurückzuführen sein. Ob auch die Beduftung der Raumluft dabei eine Rolle spielt, ist noch unklar. Sicher ist aber, dass Allergiker und Asthmatiker empfindlicher als andere Menschen auf Gerüche reagieren.

Düfte sparsam und gezielt anwenden
Da Düfte auch belästigen können, sollte man Duft- und Aromastoffe für die Raumbeduftung nur gezielt, zeitlich begrenzt und mit Rücksicht auf andere verwenden. In Gegenwart empfindlicher und allergischer Personen wäre es besser, auf Duftstoffe ganz zu verzichten. Treten unangenehme Gerüche auf, rät das BAG, den Ursachen nachzugehen und die Geruchsquellen zu beseitigen, statt diese mit Duftstoffen zu überdecken. Oft genügt bereits einfaches Lüften.

Verwendung als Duftstoffe
Als ätherische Öle bezeichnet man Öle, die aus Pflanzen oder Pflanzenteilen gewonnen werden und einen starken charakteristischen Geruch haben. Jasmin, Lavendel, Rosenholz, Eukalyptus, Orange, Zitronelle und Kiefer sind nur wenige Duftnoten aus einem riesigen Angebot. Neben der Hauptduftnote enthalten sie auch diverse andere Duftstoffe. Viele ätherische Öle und Duftstoffe lassen sich auch künstlich herstellen. Ob sie natürlichen oder künstlichen Ursprungs sind, macht für die menschliche Gesundheit indes keinen Unterschied.

Eine grosse Gefahr für Kinder
Für Kinder stellen Duftöle eine ernst zu nehmende Gefahr dar: Durch ihren angenehmen, manchmal fruchtigen Geruch, können sie zum Trinken verführen. Die grösste Gefahr besteht dabei darin, dass ätherische Öle beim Schlucken oder Erbrechen in die Lunge gelangen. Das kann zu Schäden an der Lunge bis hin zum Tod führen. Deshalb darf beim Verdacht, dass ätherische Öle verschluckt wurden, keinesfalls Erbrechen ausgelöst werden.

Vielmehr sollte man unverzüglich das Toxikologische Informationszentrum in Zürich unter der Notfallnummer 145 oder einen Arzt anrufen. Halten Sie dabei die Etikette des betreffenden Produkts bereit. Als wichtige Vorsorgemassnahme sollten ätherische Öle immer ausserhalb der Reichweite von Kindern aufbewahrt werden.


Verwenden Sie diese Informationen nicht als alleinige Grundlage für gesundheitsbezogene Entscheidungen. Fragen Sie bei gesundheitlichen Beschwerden Ihren Arzt oder Apotheker. Surfen im Internet ersetzt den Arztbesuch nicht.

Für Anregungen und Inputs, können Sie uns gerne per Mail kontaktieren: med@tcs.ch



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