Medizinischer Notfall im Flugzeug: Wer kommt für die Kosten auf?

TCS Info Feed


Montag, 22. April 2019 06:30

Edelweiss A320. Foto HO.


Andreas Meier, Mediensprecher der Edelweiss Air AG, zum Thema medizinischer Notfall im Flugzeug.

Herr Meier, wie oft kommt es zu einem medizinischen Notfall im Flugzeug?
Bei Edelweiss haben wir circa bei 2% von allen Flügen eine Situation, in welcher ein Gast medizinische Betreuung in Anspruch nehmen muss. Diese Zahl beinhaltet auch kleinere medizinische Fälle.

Welche gesundheitlichen Probleme treten bei Flügen am häufigsten auf?
Am häufigsten treten Kreislaufbeschwerden oder Übelkeit auf.

Wie wird das Bord-Personal auf Notfälle geschult?
Sämtliche Cabin Crew Member von Edelweiss müssen eine rund viertägige medizinische Grundausbildung durchlaufen und einen jährlichen Wiederholungskurs absolvieren. In dieser Ausbildung werden unter anderem alle Notfallsituationen und deren Massnahmen, erweiterte erste Hilfe, Grundfertigkeiten der Reanimation und der Umgang mit einem AED (Automatisierter externer Defibrillator) geschult.

Wie ist der Ablauf bei einem medizinischen Notfall?
Dies hängt von der Situation ab und kann von Fall zu Fall variieren. Die Crew hat jedoch jederzeit die Möglichkeit, auf medizinische Beratung via Satellitentelefon zurückzugreifen.

Welche medizinische Ausrüstung ist an Bord?
Alle unsere Flugzeuge sind mit einer Bord-Apotheke mit einfachen Medikamenten, Verbandsmaterial, Sauerstoff, Infusionen, einfache Diagnostik-Geräten, Material für eine notfallmässige Intubation und einem AED (Automatisierter externer Defibrillator) ausgestattet.

Wann kommt es zu einer Zwischen- oder gar Notlandung?
Wenn es der Zustand des Patienten erfordert.

Wer kommt für die Kosten einer solchen Landung auf?
Sollte eine Zwischenlandung erfolgt sein, werden die Kosten von der Versicherungsgesellschaft der Edelweiss Air AG übernommen. Die entstandenen Kosten werden dem Patienten nicht weiter verrechnet.

Wie teuer kann das werden?
Ein genauer Betrag kann im Vornherein nicht genannt werden. Handelt es sich bei der Zwischenlandung um einen Kurzstrecken-Flug, so rechnet man mit circa 2 000 bis 5 000 Franken. Betrifft es jedoch einen Langstrecken-Flug, so können die Kosten für die Landung bis zu 10 000 Franken ansteigen. Diese Summe deckt lediglich die Kosten der Zwischenlandung ab, die sogenannten Primär-Kosten. Dazu kommen noch Sekundär-Kosten, welche sich von Fall zu Fall unterscheiden. Hierzu zählen wir anfallende Kosten wie zum Beispiel für Hotelübernachtungen, Verpflegungen sowie Umbuchungen bei verpassten Anschluss-Flügen pro Passagier.

Wie sollten sich die übrigen Passagiere bei einem medizinischen Notfall verhalten?
Ruhe bewahren, sich zurückhalten und jederzeit die Anweisungen der Crew befolgen.

Anzeige

eti sept


Verwenden Sie diese Informationen nicht als alleinige Grundlage für gesundheitsbezogene Entscheidungen. Fragen Sie bei gesundheitlichen Beschwerden Ihren Arzt oder Apotheker. Surfen im Internet ersetzt den Arztbesuch nicht.

Für Anregungen und Inputs, können Sie uns gerne per Mail kontaktieren: med@tcs.ch



Weitere Beiträge


Zahnimplantat: Wieso ist die Behandlung im Ausland günstiger?


Dengue-Epidemien in Asien: Was der Chefarzt sagt


Mehrere Verletzte bei Bomben-Anschlag auf Touristenbus in Kairo


Ebola im Kongo: So gefährlich ist die Infektionskrankheit


Hüten Sie sich vor Reisen in Länder mit hohem Risiko


Ist Eisenmangel eine Modeerkrankung? Was der Chefarzt dazu sagt.


Strahlen im Flugzeug: Was bedeutet die Belastung für die Gesundheit?


Kann Lippenherpes gefährlich werden? Was der Chefarzt dazu sagt


Streik in Frankreich: Verspätungen und Flugausfällen drohen


Burnout: «Der Krankheitsverlauf ist immer individuell.»