Vorsicht bei Risikosportarten: Warum die Suva Leistungen kürzt

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Mittwoch, 11. September 2019 07:00

Foto: Pixabay


Gefährliches Abenteuer in der Freizeit – immer wieder hört und liest man von tragischen Sportunfällen. Das kann teuer werden.

Bei speziell gefährlichen Sportarten wie unter anderem Base-Jumping oder Downhill-Biking setzt man sich besonders grossen Risiken und Gefahren aus.

Nur durch erstklassig ausgebildetes Personal, professionelles Verhalten und eine Ausrüstung, die dem neuesten technischen Stand entspricht, kann der Anbieter der Sportart das Restrisiko stark reduzieren. Oft wird aber schlampig gearbeitet und einige Geräte sind nicht mehr auf dem neusten Stand – der finanzielle Druck der Veranstalter ist vor allem im Ausland hoch und darunter leidet oft auch die Qualität.

Qualität und Sicherheit
In der Schweiz ist das Anbieten von sogenannten Risikosportarten bewilligungspflichtig. Betroffen sind vor allem die Bereiche des Bergführerwesens und des Schneesports, aber auch die Anbieter von Canyoning oder Bungee-Jumping. Damit sollen die Qualität und die Sicherheit erhöht werden.

Ereignet sich ein Unfall mit Invaliditätsfolge, so können die Folgen verheerend sein. Bei Nichtberufsunfällen, die auf ein Wagnis zurückgehen (siehe Liste), werden die Geldleistungen laut der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) um die Hälfte gekürzt und in besonders schweren Fällen verweigert. In besonders schweren Fällen von Wagnissen, zum Beispiel die Durchführung einer sehr schwierigen Bergtour im Alleingang, bei schlechtem Wetter und trotz Warnung durch erfahrene Bergsteiger, können die Geldleistungen gar verweigert werden.

Beispiele für absolute Wagnisse (Quelle: www.suva.ch)
Bei folgenden Sportarten/Tätigkeiten werden bei Unfällen die Geldleistungen gemäss Art. 50 UVV um 50 % gekürzt. Die Auflistung ist nicht abschliessend. Als absolute Wagnisse gelten auch andere Aktivitäten mit vergleichbarem Risiko.

  • Autocross-, Berg-, Rundstrecken-, Stockcarrennen inkl. Training; Auto-Rally-Geschwindigkeitsprüfungen; Autofahren auf Rennstrecken, ausgenommen Fahrsicherheitskurse
  • Base-Jumping
  • Fullcontact-Wettkämpfe (bspw. Boxwettkämpfe)
  • bewusstes Zertrümmern von Glas
  • Karate-extrem (Zertrümmern von Back- oder Ziegelsteinen oder dicken Brettern mit Handkante, Kopf oder Fuss)
  • Motocrossrennen inkl. Training auf der Rennstrecke
  • Motorbootrennen inkl. Training
  • Motorradrennen inkl. Training und Motorradfahren auf einer Rennstrecke (ausgenommen Fahrsicherheitskurse)
  • Abfahrtsrennen mit Mountain-Bikes inkl. Training auf der Rennstrecke (sogenanntes Downhill-Biking)
  • Sprünge mit Bikes mit akrobatischen Einlagen (wie Salti, Drehungen um die eigene Achse, Hände vom Lenker oder Füsse von den Pedalen nehmen)
  • Quadrennen inkl. Training
  • Rollbrettabfahrten, sofern wettkampfmässig oder auf Geschwindigkeit betrieben
  • Schneemotorrad-Rennen (Snow-Cross) inkl. Training
  • Ski-Geschwindigkeits-Rekordfahrten
  • Speedflying
  • Tauchen in einer Tiefe von mehr als 40 Metern
  • Hydrospeed/Riverboogie (Wildwasserfahrt bäuchlings auf Schwimmbob liegend)


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