Warum Bissverletzungen lebensgefährlich sein können

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Freitag, 06. September 2019 07:00

Foto: Pixabay


Prof. Dr. med. Aristomenis Exadaktylos, Chefarzt und Klinikdirektor Universitäres Notfallzentrum (Inselspital Bern), klärt auf.

Herr Exadaktylos, sollte man nach einer Bissverletzung Antibiotika einnehmen?
Es gibt nicht sehr viele aussagekräftige Studien dazu. Ein Arzt kann es aber beurteilen und dann entscheiden. Es werden jedoch sehr häufig Antibiotika verschrieben.

Welche Komplikationen können beispielsweise durch einen Hundebiss entstehen?
Hundebisse verursachen statistisch gesehen mehr lokale Probleme (durch die starke Bisskraft) und werden deshalb fast immer von einem Arzt behandelt. Neben Verletzungen der Muskeln, Sehnen, Nerven oder Knochen, kann es auch zu schweren Infektionen im Bereich der Bisswunde kommen. Dies zum Beispiel mit schweren Vereiterungen oder einer generalisierten Blutvergiftung. Dies gilt aber nicht nur für Hundebisse, sondern gerade auch für Katzenbisse. Bei denen ist das Risiko für eine Infektion sogar noch höher. Es gilt leider: Kleine Ursache, grosse Wirkung.

An welche Impfungen ist bei einer Bisswunde zu denken?
Wundstarrkrampfimpfung (Tetanus) und Tollwut. Bei Bissen von tollwutverdächtigen Tieren, vor allem von Fledermäusen, Füchsen, wilden Hunden oder anderen Tieren, ist sofort ein Arzt zu konsultieren. Tollwut führt unbehandelt zum Tod. Eine sofortige Tollwutimpfung kann den Ausbruch der Tollwut verhindern.

Was kann man tun, wenn die Wunde tief ist und kein Arzt in der Nähe ist?
So gut wie möglich reinigen und desinfizieren. Möglichst nicht luftdicht abschliessen und bestmöglich ruhigstellen, vor allem Hand und Finger (Schiene, Schlinge), und einen Arzt suchen.


Dieser Beitrag wurde in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. med. Aristomenis Exadaktylos, Chefarzt und Klinikdirektor Universitäres Notfallzentrum Inselspital (Universitätsspital Bern), realisiert.

Verwenden Sie diese Informationen nicht als alleinige Grundlage für gesundheitsbezogene Entscheidungen. Fragen Sie bei gesundheitlichen Beschwerden Ihren Arzt oder Apotheker. Surfen im Internet ersetzt den Arztbesuch nicht.

Für Anregungen und Inputs, können Sie uns gerne per Mail kontaktieren: med@tcs.ch


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