Was sollte man bei Blutungen in der Schwangerschaft beachten? Die Expertin klärt auf

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Freitag, 01. November 2019 07:10

Dr. med. Susanne Fasler, Oberärztin in der Frauenklinik am Kantonsspital Aarau.


Dr. med. Susanne Fasler, Oberärztin in der Frauenklinik am Kantonsspital Aarau, zum Thema Blutungen in der Schwangerschaft.

Frau Fasler, immer wieder hört man von Blutungen in der Schwangerschaft. Woher kommen diese?
Blutungen in der Schwangerschaft, insbesondere in den ersten Wochen und Monaten, sind sehr häufig und können sehr unterschiedliche Ursachen haben.

Gibt es je nach Fortschritt der Schwangerschaft andere Gründe für die Blutungen?
Ja, je nach Schwangerschaftswoche/Monat sind die Gründe etwas unterschiedlich. In den ersten Wochen und Monaten sind Blutungen am häufigsten und meist harmlos. Ursachen können sein: Verletzungen am Gebärmutterhals, der während der Schwangerschaft sehr gut durchblutet ist, eine Entzündung im Gebärmutterhals- oder Scheidenbereich oder etwas Gebärmutterschleimhaut, die während der Schwangerschaft durch die Hormone auf den Gebärmutterhals wandert. Es kann sich aber auch einmal eine Fehlgeburt oder Eileiterschwangerschaft mit einer Blutung ankündigen. In der zweiten Schwangerschaftshälfte kommen zusätzlich Komplikationen des Mutterkuchens (der Plazenta) als Ursache hinzu.

Sind die Blutungen immer ein schlechtes Zeichen oder können diese harmlose Ursachen haben?
Vor allem in den ersten Schwangerschaftsmonaten sind Blutungen häufig und meist ungefährlich für Mutter und Kind.

Gibt es Risikogruppen, bei denen vermehrt Blutungen auftreten?
Frauen, die Medikamente zur Blutverdünnung (zum Beispiel Aspirin oder Fragmin) einnehmen, haben häufiger Blutungen. Dazu kommt, dass Frauen mit einer ungünstigen Anlage des Mutterkuchens ebenfalls ein erhöhtes Risiko für eine Blutung haben.

Sollten Betroffene alle Blutungen in der Schwangerschaft abklären lassen?
In der Regel ja. Eine Ausnahme sind Frauen, die immer wieder leichte Blutungen haben und bei welchen eine harmlose Ursache dafür bereits bekannt ist. Immer sollte man eine erstmalige Blutung oder eine Blutung mit zusätzlichen Beschwerden, wie zum Beispiel Bauchschmerzen, abklären lassen. Frauen mit einer rhesusnegativen Blutgruppe sollten immer den Arzt oder das Spital aufsuchen.

Wie schnell sollte ein Arzt aufgesucht werden?
Das ist abhängig von der Schwangerschaftswoche, der Stärke der Blutung und den Begleitbeschwerden. Im Zweifel ist es empfehlenswert, sich telefonisch beim Frauenarzt oder im Spital zu melden, um sich beraten zu lassen.

Was sollten Betroffene tun, wenn die Blutungen im Ausland einsetzen?
Auch dort ist es empfehlenswert, sich kurz via Notfallnummer der Krankenkasse, durch den Frauenarzt oder den Notfall-Arzt im Spital vor Ort beraten zu lassen.

Kann man Blutungen in der Schwangerschaft vorbeugen und was sollte man unbedingt vermeiden?
In der Regel gibt es keine vorbeugenden Massnahmen oder verbotene Aktivitäten. Auf Geschlechtsverkehr verzichten sollten nur Frauen, die wiederholt Blutungen haben oder bei welchen eine Komplikation des Mutterkuchens bekannt ist. Während der Zeit der Blutung empfehlen wir eine leichte körperliche Schonung.


Verwenden Sie diese Informationen nicht als alleinige Grundlage für gesundheitsbezogene Entscheidungen. Fragen Sie bei gesundheitlichen Beschwerden Ihren Arzt oder Apotheker. Surfen im Internet ersetzt den Arztbesuch nicht.

Für Anregungen und Inputs, können Sie uns gerne per Mail kontaktieren: med@tcs.ch



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