Testen Sie Ihr Risiko: Globale Risikokarte für Zika

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Montag, 23. September 2019 06:10


Seit Mai 2015 hat sich das Zikavirus auf spektakuläre Weise rund um den Globus ausgebreitet. Die Infektion mit normalerweise mildem Verlauf kann gelegentlich schwere neurologische Komplikationen verursachen (Mikrozephalie, Guillain-Barré Syndrom).

Wie sieht das Zika Risiko an Ihrem nächsten Reiseziel aus? Testen Sie hier!





Dr.med. Esther Künzli, Schweizerisches Tropen- und Public-Health-Institut Basel, klärt auf.

Frau Künzli, ist Zika immer noch ein grosses Thema oder kann man entwarnen?
Zika war und ist vor allem im Zusammenhang mit einer Schwangerschaft respektive Familienplanung in der Reisemedizin nach wie vor ein Thema. Das Risiko einer Zika-Infektion bei Reisenden ist schwer abzuschätzen. In Südamerika, wo das Virus erstmals wirklich in den Fokus der Öffentlichkeit geraten ist, scheinen die Fälle bei der Lokalbevölkerung abzunehmen. Dies ist wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass ein Grossteil der Bevölkerung bereits eine Zika-Infektion durchgemacht hat und, zumindest vorübergehend, immun ist. Über das Risiko für nicht-immune Reisende sagt das allerdings nichts aus. Grundsätzlich kann Zika in den meisten tropischen und subtropischen Ländern vorkommen, genaue Daten fehlen.

Wie gefährlich ist das Virus tatsächlich?
Bei gesunden Erwachsenen verlaufen 80 % der Infektionen ohne Symptome. Die häufigsten Symptome sind Fieber, Gliederschmerzen und Hautausschlag. Sehr selten kann es als Komplikation zu einem sogenannten Guillain-Barré-Syndrom, einer aufsteigenden Lähmung, kommen. Zika ist ein Problem in Bezug auf die Familienplanung und Schwangerschaft, da eine Zika-Infektion während der Schwangerschaft zu Fehlbildungen beim Kind führen kann.

Raten Sie Schwangeren davon ab, in betroffene Gebiete zu reisen?
Ja, wir raten Schwangeren davon ab, in Gebiete mit einer potentiellen Zika-Übertragung zu reisen. Dabei muss man sich bewusst sein, dass Zika grundsätzlich in den meisten tropischen und subtropischen Ländern vorkommen könnte, zurzeit jedoch keine aussagekräftigen Daten vorliegen.

Wie behandelt man eine Zika-Infektion?
Es gibt keine spezifische Therapie für Zika, die Behandlung erfolgt symptomatisch.

Die Tigermücke, welche das Zika-Virus übertragen kann, kommt auch bei uns in der Schweiz vor. Müssen wir uns Sorgen machen?
Das alleinige Vorkommen einer Mücke birgt kein Risiko für die Übertragung einer Erkrankung. Damit eine Mücke eine Erkrankung übertragen kann, müssen verschiedene Faktoren zusammenkommen: die Anzahl erkrankter Personen in der Bevölkerung, die Zahl der Mücken etc.

Wird das Zika-Virus auch nach Europa kommen?
Das lässt sich nicht komplett ausschliessen.

Wie kann man feststellen, dass man von einer Tigermücke gestochen worden ist?
Der Stich einer Tigermücke unterscheidet sich nicht vom Stich einer anderen Mücke. Aber solange keine Symptome auftreten, ist es unwichtig, ob es eine Tigermücke war oder nicht. Nicht zuletzt, da ja längstens nicht jeder Stich zu einer Erkrankung führt.

Wann kann man mit einem Zika-Impfstoff rechnen?
Das wird wahrscheinlich noch länger dauern.


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