Zöliakie: Wenn der Dünndarm Gluten nicht verträgt

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Freitag, 20. September 2019 07:15

Foto Pixabay.


Zöliakie ist eine Unverträglichkeit des Dünndarms gegenüber Gluten. Gluten ist ein Sammelbegriff für Proteine (Klebereiweisse), die in den Getreidesorten Weizen (inklusive Einkorn, Emmer und Khorasan Weizen – oft erhältlich unter dem Namen Kamut), Dinkel und Ur-Dinkel, Grünkern, Gerste, Roggen und Hafer enthalten sind.

Bei Menschen mit Zöliakie löst der Verzehr von Gluten eine Entzündung der Dünndarmschleimhaut aus. Dadurch sterben mit der Zeit die Zotten des Dünndarmes ab und es kommt zu einer Unterversorgung des Körpers mit lebenswichtigen Vitaminen. Nährstoffe werden nur noch vermindert aufgenommen. Dies führt zu verschiedenen Symptomen.

Zöliakie betrifft etwa 1 von 100 Personen. In vielen Fällen dauert es lange, bis eine Zöliakie diagnostiziert wird, da diese Erkrankung verschiedene, oft nicht eindeutig zuzuordnende Symptome verursacht. Gluten kann auch die Hauterkrankung Dermatitis herpetiformis Duhring auslösen.

Symptome
Oft gibt es mehrere Symptome, die individuell auftreten können. Die grosse Anzahl der unterschiedlichen Ausprägungen erschwert oft eine schnelle Diagnose.
Je nach Lebensalter können folgende Symptome auftreten:

  • Müdigkeit
  • Erschöpfung
  • Blutarmut
  • Eisenmangel und andere Vitaminmangel (z.B. Vitamin B12, Vitamin D)
  • Gewichtsverlust
  • Durchfall oder Verstopfung
  • Blähungen
  • Appetitlosigkeit
  • Erbrechen
  • Bauch- oder Knochenschmerzen

Bei Kleinkindern treten andere Symptome auf als bei Erwachsenen. Dazu gehört Durchfall oder massiger und stark riechender Stuhlgang, Blähbauch, Bauchschmerzen, Gewichtsverlust, Wachstumsstill- oder –rückstand, verzögerte Pubertät, Blässe und Übelkeit. Grössere Kinder und Jugendliche leiden eher unter den Symptomen von Erwachsenen.

Wann ist eine Untersuchung auf Zöliakie empfohlen?
Ein Gluten-Schnelltest kann hilfreich sein, ersetzt aber nicht eine ärztliche Diagnose. Konsultieren Sie zuerst Ihren Hausarzt und lassen sich gegebenenfalls an einen erfahrenen Gastroenterologen überweisen. Später empfiehlt es sich, eine Ernährungsberatung aufzusuchen.


Quelle und in Zusammenarbeit mit: IG Zöliakie der Deutschen Schweiz (www.zoeliakie.ch). Verwenden Sie diese Informationen nicht als alleinige Grundlage für gesundheitsbezogene Entscheidungen. Nehmen Sie bei gesundheitlichen Beschwerden Kontakt mit Ihrem Arzt auf oder wenden Sie sich bei Fragen an die IG Zöliakie der Deutschen Schweiz. Surfen im Internet ersetzt den Arztbesuch nicht.

Für Anregungen und Inputs, können Sie uns gerne per Mail kontaktieren: med@tcs.ch



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